
Ostsee Rundfahrt
Datum: Samstag, 06.November. @ 01:33:21 CET Thema: Reiseberichte und -vorschläge
Sattelt die Pferde und ab - der Sonne entgegen… … ups… falscher
Film. Also noch mal von vorn… Gepäck gut auf dem Motorrad
verstaut, letzter Check – es kann losgehen zu einer Woche
Motorrad-Urlaub an der Ostsee im Juli 2004
Startpunkt ist Berlin (28
Grad, die Frisur sitzt *g) zur Ostsee-„Rund“fahrt quer über
Usedom-Rügen-Darss.
Über die B109 geht es Richtung Greifswald, welches eine schöne historische Innenstadt und einen super alten Seglerhafen hat. Weiter geht es über kleine Landstraßen auf die Insel Usedom mit den altbekannten Seebädern Zinnowitz, Heringdorf, Ahlbeck. Jetzt endlich Richtung Strand, Motorrad an der Strandpromenade geparkt, raus aus den Motorrad-Klamotten und rein in die Shorts (Frisur im Eimer – tja so ist das ebend) – war bestimmt ein tolles Schauspiel für die anderen Leutchen, die grad im Café gegenüber ihren Kuchen in Hüftgold verwandelten ;o)
Ab an den Strand und wenigstens mit den Füßen mal die eisige Ostsee getestet, man will ja schließlich nicht als Weichei gelten *g Anschließend wieder zurück, das gleiche Klamotten-Spiel in umgekehrter Reihenfolge und wieder rauf auf den Bock – Zwischenstop in Polen –
unsere Zigaretten waren alle.
2. Tag – Fahrt nach Peenemünde zur „Juliett U-461“, dem größten U-Boot Museum der Welt. Alles selbst inspizieren können in den Tiefen eines U-Bootes. Die „Julliet 461“ wurde 1961 gebaut und war bis 1991 in Betrieb. Bei den Maßen von 85,90 Länge und 9,70 m Breite und ca. 80 Mann Besatzung hätte ich totale Panik
bekommen, mit dem teilweise arg veralteten Blechdings bis an die 33 Tage unter Wasser zu sein.
Neben dem U-Boot Museum ist auch das "Historisch-technische Informationszentrum",
"HTI". Die Wiege der Raumfahrt, unbedingt sehenswert.
Alles in allem ist Usedom eine kleine Insel, die man bequem an einem Tag „umrunden“ kann, so richtig kurvige Strecken wird man vermissen, dafür ist es super geil, zwischen den Baumalleen dem Sonnenuntergang entgegen zu fahren.
Eh es am nächsten Tag nach Rügen geht, ist also erst noch mal ne Mütze Schlaf angesagt. Da es in der Hauptsaison arg schwer ist, ein relativ preiswertes Quartier in Ostseenähe zu bekommen, raten wir, bei
den Jugendherbergen nachzufragen. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Nähere Infos findet Ihr unter www.djh.de
3. Tag – mit der Autofähre geht es ab Stahlbrode auf die Insel Rügen. Die
Übersetzung dauert nicht lange, aber es weht einem schon mal
eine kräftige Brise um die Nase. Wir als erstes von der Fähre
runter, sind eben doch flexibler als so ne Familienkutsche auf 4
Rädern … oder anders gesagt – Highländer – es kann
nur einen geben ;o)
Da wir Karten für die Stoertebeker-Festspiele haben, wollen wir
natürlich auch möglichst gleich neben dem Geschehen nen
Quartier finden. Nachdem wir die ganze Liste der
Übernachtungsanbieter abtelefoniert hatten doch noch nen
Treffer. Eine schöne Dachgeschoßwohnung mit allem drum und
dran für sage und schreibe 30 Euro die Nacht *freu. Und das
alles nur 2 km vom Stoertebeker-Geschehen weg. Wir sind wohl echte
Sonntagskinder?!?
Und das Highlight –
Stoertebeker. Jedes Jahr wird eine andere Geschichte aus erzählt.
Die nächste Spielsaison ist vom 25.06. – 10.09.2005. Die
preiswerteste Karte kostet 12 Euro. Man sitzt zwar ziemlich weit
oben, hat aber trotzdem einen super Blick über die gesamte
Naturbühne mit direktem Blick auf den Jasmunder Bodden. Abschluß
jeder Vorstellung ist ein Feuerwerk über dem "großen
Jasmunder Bodden", das den Besuch vollkommen zu einem
unvergesslichem Erlebnis werden lässt. Konkrete Infos findet Ihr
unter www.stoertebeker.de
Rügen hat aber
noch mehr zu bieten z.B. den Schmetterlings-Park in Sassnitz. Für
alle Fotofans ein Muß. Man kommt rein, wird von einer
tropischen Hitze empfangen und schon sitzen die ersten Schmetterlinge
einem auf der Nase. Kunterbunte exotische Vielfalt – der größte
Schmetterling der Welt, der Atlas-Seidenspinner mit einer
Flügelspannweite um 30 cm lässt sich in Ruhe betrachten.
Schaut mal rein, auch unter www.alaris-schmetterlingspark.de
Zum berühmten Kreidefelsen zieht es alle Touris, leider ist die Zufahrt für sämtliche Fahrzeuge- außer
Zubringer-Busse- gesperrt. Da wir aber keine Lust haben, das Motorrad
abzustellen und uns für die Fahrt zum dorthin zu Sardinen
zerquetschen zu lassen, fahren wir weiter zu den Wittower Klinken über eine mehr als holprige Straße, aber Dank unserer
Enduro können wir auch mal etwas von der Huckelpiste in den Wald
ausweichen. Der Weg lohnt sich aber auf jeden Fall – entschädigt
wird man anschließend mit einem herrlichen Blick auf die
Wittower Klinken, einer Kreidefelsformation. Wegen des blauen
Himmels hatte das Wasser eine wunderschöne grüne Farbe. Die
Felsen sahen genauso faszinierend aus, wie auf dem Gemälde von
Caspar David Friedrich.
Natürlich darf
auch Kap Arkona, das Nordkap Deutschlands, dessen unverwechselbares
Landschaftsbild durch das weite Meer, durch Steilufer und Stürme
sowie durch eine charakteristische Küstenvegetation geprägt
wurde, nicht fehlen, genauso wenig wie die imposanten Überreste
des Walls der legendären Tempelburg Arkona, die historische
Leuchtfeueranlage mit dem Schinkelleuchtturm und das idyllische
Fischerdorf Witt. Kap Arkona und die nähere Umgebung ist
verkehrsberuhigte Zone – also Bike abstellen und auch mal nen paar
Schritte zu Fuß gehen, wird Euch schon nicht schaden ;o)
Nach einer letzten
Übernachtung in „unserer“ schönen Dachwohnung geht es
über Altefähr mit der Fähre nach Stralsund und dann
über die B105 weiter bis Löbnitz. Dann in Richtung Richtung
Barth/Zingst rechts weg auf den Darß (ist aber auch alles
ausgeschildert). Der Darß ist meiner Meinung nach "Deutschlands
schönste Halbinsel" mit sehr unterschiedlicher Landschaft.
Einerseits schöne, endlose Sandstrände und andererseits
Steilufer zwischen Ahrenshoop und Wustrow. Rein fahrtechnisch gibt es
hier nur wenige, überschaubare Straßen – man kann sich
einfach nicht verfahren;o)
Die Prerowbucht mit ihrem
feinsten und schneeweißen Sand, ist wohl einer der schönsten
Strände. Man kann auch fast bis an den Strand fahren – in
Prerow immer Richtung Zeltplatz dann fahren.
Die Nordspitze des Darß,
genannt "Darßer Ort", mit dem Leuchtturm ist ein
beliebtes Ausflugsziel. 35 m hoch und 1848 fertiggestellt ist er der
älteste in Betrieb befindliche Leuchtturm entlang der deutschen
Ostseeküste. Sein Feuer in 32 m Höhe scheint 17 Seemeilen
weit. Eine Turmbesteigung lohnt sich wegen des grandiosen Ausblickes
u.a. auf den Naturraum am Darßer Ort und den Schiffsverkehr.
Bevor es wieder gen Heimat
geht, noch einen Tag Badeurlaub rangehängt und wie soll es
anders sein, nachdem man in der Mittagssonne am Strand einpennt -
nen schönen Sonnenbrand am FKK abgefaßt ;o))
Rückfahrt sozusagen
fast quer „Feldein“ über kleine Dorfstraßen auf die B
194 über Demmin bis Stavenhagen, auf die B 104 Richtung
Neubrandenburg, dort auf die B 96 wieder nach Berlin zurück. Die
Rücktour haben wir von der Ostsee mit nur einer
Kaffee-/Rauchpause gemacht – mir tat danach ganz schön der
Allerwerteste weh ;o)
Die gesamte Strecke ist
nicht sehr kurvenreich, aber eben sehenswert wegen der teilweise echt
super schönen Landschaft. Wir haben die Tour in 6 Tagen gemacht,
uns aber auch ne Menge Zeit gelassen – schließlich will man
den „kinderlosen“ Urlaub auch mal genießen *fg.
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